OTTO: E-Commerce statt Katalog. Ein Kommentar von Ildiko Peter.

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Ildiko ist seit 2011 im Personalmarketing bei OTTO tätig. Sie ist für die Employer Branding Kampagnen, Social Media und PR verantwortlich und hat eine große Leidenschaft für Online Marketing und Trends in der Digital Branche. Sie geht gerne zu Tech-Konferenzen und Meet-ups, um dort zu Netzwerken und neue Impulse zu bekommen, wie und wo man die besten Tech Talente gewinnen kann. Vor OTTO war sie einige Jahre im Personalmarketing bei AIDA Cruises. Neben ihrem BWL-Abschluss hat sie Berufserfahrungen im Handel, auf Verlagsseite und in der Beratung gesammelt.

Wie hat OTTO den Wandel zum E-Commerce Unternehmen geschafft?

OTTO hat die Chancen der Digitalisierung schon früh erkannt und 1995 den Onlineshop otto.de live gestellt. Heute machen wir über 90% des Umsatzes online. Technologiekompetenz und genaue Beobachtung des Marktes war schon immer die Grundlage für unsere Wettbewerbsfähigkeit und Weiterentwicklung.

Wie viele Entwickler/ Programmierer habt ihr und wie hoch ist der Bedarf? 

Bei OTTO arbeiten ca. 300 Entwickler, davon sind 15 % Frauen. Wir sind aktiv in der Developer Szene und sprechen gezielt weibliche Entwicklerinnen an. Wir sind sehr daran interessiert noch mehr Frauen für Tech Jobs zu begeistern und engagieren uns auch in der Nachwuchsförderung, z.B. in der Hacker School und bei den App Camps. Jährlich stellen wir rund 300 neue Mitarbeiter ein, v.a. Produktmanager, UX Designer, Softwareentwickler, Quality Specialists, Projektmanager und Agile Coaches.

Wie haben sich das Arbeiten und die Arbeitsbedingungen bei OTTO allgemein verändert?

OTTO hat sich die letzten 2-3 Jahre noch einmal deutlich verändert: es gibt zahlreiche Initiativen, die den Kulturwandel und die digitale Transformation vorantreiben. Wir duzen uns im gesamten Unternehmen, sogar die Bewerber. Viele Teams arbeiten mit agilen Methoden, nicht nur im technischen Bereich. Alles ist transparenter und vernetzter geworden. Hierarchien werden sukzessive abgebaut, Führungskräfte sitzen auf der Fläche direkt bei ihren Teams. Der gesamte Campus wird gerade modernisiert. Seit kurzem haben wir einen tollen Coworking Space, der zu mehr Kreativität und Raum zum Denken einlädt. Es gibt verschiedene Vernetzungsformate wie den „Culture Club“, eine kreative Mittagspause, Barcamps oder „Unplugged“, eine offene Talkrunde mit den Vorständen. Es macht wirklich Spaß, dabei zu sein und zu sehen, wie sich das Unternehmen in kurzer Zeit verändert hat. Teilzeit-Modelle, Sabbatical und Homeoffice werden immer mehr genutzt. Es gibt ein eigenes Notebook für alle. Das macht vieles einfacher. Es nehmen immer mehr Väter die Elternzeit in Anspruch.

Wie muss sich OTTO aufstellen, um für neue Mitarbeiter interessant zu sein?

Heutzutage sind eine attraktive Vergütung und unsere Benefits wie die Betriebskantinen, eine eigene Fitnesslounge, Personalrabatt, Konferenzbesuche und Mitarbeiterevents nichts Außergewöhnliches mehr. Viel wichtiger sind Gestaltungsfreiheit, Verantwortung, innovative Produkte und spannende fachliche Herausforderungen. Man möchte auch in einem Großunternehmen etwas bewegen und eigene Ideen umsetzen. Zum Beispiel bei den Innovation Days, wo man neue Features für otto.de entwickeln kann. Heute müssen Unternehmen mehr selbst auf potentielle Bewerber zugehen. Wir nutzen Business Netzwerke und sprechen spannende Kandidaten direkt an. Viele wissen es zu schätzen, dass wir als Unternehmen gleich sichtbar sind und sie einen persönlichen Kontakt bekommen. Wir wollen es den Bewerbern so einfach und bequem wie möglich machen. Man kann sich ganz einfach ohne Anschreiben bewerben oder mobil nur via XING-Link.

Wie haben sich die Jobprofile bei OTTO in den letzten Jahren verändert?

Es gibt einen starken Shift in Richtung digitale Profile. Wir suchen v.a. Experten im Bereich Online Marketing, Business Intelligence, Softwareentwicklung und IT. Aber wir sind auch offen für Kandidaten, die ein hohes Interesse für Technologien und onlineaffin sind. Viele Studierende entdecken bei uns erst ihre Leidenschaft für E-Commerce und technische Themen. Wir versuchen Hemmschwellen abzubauen, informieren über neue Berufsbilder und bieten Kennenlerntermine mit den Fachbereichen an.

Auch ganz spannend: 

Darüber hinaus gibt es ein OTTO-internes Frauen-Netzwerk namens „Plan F“. Wir födern weibliche Talente, sich stärker im Unternehmen sichtbar zu machen, bieten ihnen Raum für Erfahrungsaustausch und Einflussnahme auf die Unternehmensentwicklung.