Julia und Nina

Ihre Lebens-Maxime fassen die beiden Macherinnen hinter Street Philosophy mit einem Zitat des Benediktiner-Mönchs David Steinöl-Rast zusammen: Es sind nur drei Worte: „STOP. LOOK. GO.“ Nina und Julia stehen für das „Innehalten und Wahrnehmen, vor allem in einer Zeit, in der sonst meist nur das GO im Vordergrund steht.“ Wir freuen uns sehr darauf, mehr von Euch zu lesen!

Laut Prof. Jutta Rump vom Institut für Beschäftigung und Employability in Ludwigshafen gibt es entscheidende Unterschiede zwischen Babyboomern und der neuen Generation in der Arbeitswelt.

Die unten aufgeführten Merkmale werfen ein neues Licht auf die Anforderungen einer sinnvollen Unternehmenskultur und fordern uns alle zum Umdenken auf.

Babyboomer

• Akzeptanz von kollektiven Mustern

• Hohes Commitment, weil es zur Pflicht gehört

• Akzeptanz von Hierarchien und der Führung, weil sie legitimiert sind

• Arbeitsethos, Trennung zwischen Beruf und Privatleben

• Trend zur „vertikalen“ Karriere

• Lebenslange Loyalität, Entscheidung fürs Leben

• Lebenslange Reichweite der abgeschlossenen Berufsausbildung

• Präferenz für die Face-to-Face Kommunikation und Kooperation

• Teil des „Kollektivs“

• Security als Leitbild

Digital Natives

• Individuelle Orientierung

• Hohes Commitment, wenn die Tätigkeit Freude macht

• Abkehr von der Akzeptanz von Hierarchien

• Streben nach Work-Life-Balance

• Trend zur „sanften Karriere“

• Aktiver Umgang mit Wahlmöglichkeiten und geringeren Verweildauern

• Bewusstsein der Notwendigkeit von lebenslangem Lernen

• Kommunikation und Kooperation sowohl Face-to-Face, als auch virtuell

• Wunsch nach Aufmerksamkeit und Fürsorge

• „Flexicurity“ als Leitbild

Wie immer man sie etikettiert – Millenials, Generation Y oder Digital Natives – die Erwartungen in der Arbeitswelt an das Unternehmen haben sich grundlegend geändert. Die veränderten Erwartungen müssen sich in einer überdachten Unternehmenskultur widerspiegeln. Nicht nur viele Ressourcen werden knapp, gute Mitarbeiter genauso. Was ist Unternehmenskultur überhaupt? Mehr als die allzeit zitierte Corporate Identity.

Corporate Culture beeinflusst das Zusammenleben in der Organisation, sowie ihr Auftreten nach außen. Sie ist ein Zusammenspiel von Werten und Normen, von der Haltung und den Paradigmen, die Mitarbeiter kollektiv teilen.

1997 haben es Bright und Parkin in Amerika etwas salopp so ausgedrückt: “This is how we do things around here.” In dem Augenblick, wo wir mit einem Unternehmen interagieren spüren wir gleich was für ein Geist dort herrscht.

Wenn in früheren Jahren die Loyalität des Einzelnen der Organisation gegenüber im Vordergrund stand, so rücken gegenwärtig die Freude an der Arbeit, sowie die Sinnsuche ins Zentrum. Mitarbeiter möchten ihren Beruf und ihre Freizeit in Einklang bringen.

Eine Unternehmenskultur, die viele “weiche” Faktoren berücksichtigt ist gefragt. Es muss eine Kultur der Vielfalt sein, die Freiräume und Gestaltungsspielräume ermöglicht, für die Chancengleichheit nicht in Quoten ausgedrückt wird, sondern gelebt wird.

Es wird vom Spirit des Unternehmens gesprochen, und dieser Spirit macht den Arbeitsplatz attraktiv oder eben nicht.

Die jetzige Generation hat erkannt, dass ihr Leben viel weniger planbar ist, als früher. Sie praktiziert neue Familienmodelle und strebt nach Gleichberechtigung in der Arbeitswelt, auch für Väter und Mütter und in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften. Man sucht Freude und Erfüllung nicht nur im Privaten, sondern auch in der Arbeit und im Team. Im Gegenzug weiß man schon längst, dass man ein Leben lang lernen muss.

Unsere dynamische Gesellschaft verändert sich stetig und basiert auf Innovation. Vielen ist es klar, dass sie beweglich sein müssen. Sie sind bereit Jobs zu wechseln, finanzielle Nachteile in Kauf zu nehmen, wenn die Randbedingungen und die besagte Unternehmenskultur ihnen entgegenkommen.

Julia Kalmund, Street Philosophy für die ALSTERLOGE, April 2017